HOLZWEICHFASER

Hergestellt allein aus Holz, verfügen die Holzfaserdämmelemente über Eigenschaften, wie sie nicht nur beim ökologischen Bauen gefragt sind.
Sie sind diffusionsoffen, besitzen gleichzeitig hervorragende Dämmeigenschaften und dienen im Decken- bzw. Bodenbereich als Höhenausgleich. Durch eine genial einfache Randprofilform der Holzfaserdämmelemente lässt sich dieser Baustoff in den unterschiedlichsten Bereichen für den Schall- und Wärmeschutz einsetzen:
• als Trittschalldämmung im Fußbodenaufbau
• als Wand-, Decken- und Dachdämmung oder als
• Beplankung im Holzrahmenbau außen und innen

 

Vorteile

• variable Dämmdicken
• hervorragende Wärme- und Schalldämmung
• widerstandsfähig
• diffusionsoffen
• für innen und außen
• schnelle, leicht Verarbeitung
• schrauben, bohren, sägen wie bei Holz
• einfache Montage
• reines Naturmaterial
• umweltfreundliche Entsorgungsmöglichkeiten
• bestens geeignet als Vollwärmeschutz in Neu- und Altbauten

 

Herstellung von Holzfaserdämmplatten

Im Trockenverfahren:

Zur Herstellung formstabiler und druckbelastbarer Dämmplatten im Trockenverfahren werden die Fasern unmittelbar nach dem Aufschlussprozess auf die für den Beleimungsprozess notwendige Restfeuchte getrocknet und anschließend in einem Beleimungskanal oder – turm mit einem Bindemittel (meist PUR-Harzleim) beleimt.
Die beleimten Fasern werden ausgestreut, auf die gewünschte Plattendicke gepresst und durch ein Dampf- Luft- Gemisch ausgehärtet.
Bei der Herstellung flexibler Holzfaserdämmplatten werden die Fasern nach der Trocknung mit textilen Bindefasern verstärkt. Die Mischung wird über eine Formstraße zu einem endlosen Strang geformt.
Bei der anschließenden Trocknung und Abkühlung kommt es zum partiellen Aufschmelzen und Vernetzen der Bindefasern. Die Verwendung von PUR_ Harzleim ist hier nicht erforderlich.

Vorteil im Trockenverfahren:
Geringerer Energieverbrauch als im Nassverfahren, keine Begrenzung einschichtiger Platten
auf 4 cm.

Nachteil beim Trockenverfahren:
Verwendung problematischer Bindemittel, meist va. 4% PUR

 

Im Nassverfahren:

Zur Herstellung von Holzfaserplatten im Nassverfahren werden Holzhackschnitzel unter Einwirkung von Wasserdampf bei einem Druck von 3 – 8 bar aufgeweicht und dann zerfasert. Entsprechend den Anforderungen wird bei nachfolgenden Aufschließungsprozessen die Faseroberfläche aktiviert, so dass beim Trocknen oder Pressen die holzeigenen Bindekräfte (Lignin) zusammen mit Wasser zur Abbindung gebracht werden. Es ist ein Aufschlammen der Fasern in bis zu 98% Wasser üblich.

Eine Beigabe von Klebstoffen ist bei diesem Verfahren nicht mehr erforderlich. Bei einzelnen Produkten (z.B. Unterdeckplatten) werden aber Harz- latex- oder bitumenhaltige Zusatzmittel eingesetzt, um beispielsweise die wasserabweisenden Eigenschaften zu verbessern. Die aufgeschlammten Fasern werden zuerst in Butten zwischengelagert und anschließende auf einer Formmaschine zu Faserkuchen geformt. Nach dem mechanischen Auspressen eines Großteils des Wassers wird der Faserkuchen auf Länge geschnitten bevor er in einem Trockenkanal bei Temperaturen zwischen 160°C und 200°C getrocknet wird.
Anschließend werden die Platten auf Format geschnitten (konfektioniert). Mit diesem Verfahren können Dämmplatten mit einer Stärke von bis zu 4 cm hergestellt werden. Für größere Dämmstärken müssen einzelne Schichten miteinander verleimt werden, z.b. unter Verwendung von Weißleim (Polyvinylacetat/Essigsäurevinylester) oder Wasserglas, oder pflanzliche Stärke.

Weißleim kann ohne Lösungsmittel und Weichmacher hergestellt werden. Über Wasserglas (auch Bestandteil umweltfreundlicher Silikatfarben) und pflanzlicher Stärke sind dem Verfasser bei sachgerechter Anwendung keine negativen Umweltauswirkungen bekannt.[1]

Vorteile im Nassverfahren:

Keine Verwendung toxischer PUR- Bindemittel erforderlich, da die holzeigenen Bindemittel (Lignin) genutzt werden können.

Nachteile beim Nassverfahren:

Erhöhter Energieverbrauch.
Schichtverleimung mit Vinylacetat (nicht bei allen Herstellern!)


[1] Vgl. Fraunhofer Institut, Fachforum Dämmstoffe, Bauzentrum München, 26.04.2010